Der erste Schultag in anderen Ländern - Schulranzen Testberichte

Der erste Schultag in anderen Ländern

Erster Schultag in anderen Ländern

Die Einschulung ist nicht einfach nur irgendein Tag im Leben. Es ist ein Meilenstein, ein Festtag, an den man sich ewig erinnern wird. Falls man sich nicht mehr erinnern sollte, gibt es genügend Fotos von dem Tag, die den besonderen Moment eingefangen haben. Ein Bild von dem Kind, wie es mit Schultüte und Schulranzen posiert, ein Familienfoto mit allen Verwandten, die zur Einschulung mitgekommen sind, ein Foto von der Aufführung der Patenklassen und eins von der Begrüßung des Schulleiters und der Einführung der Klassenlehrer. Mindestens eines dieser Fotos besitzt jeder, der in Deutschland eingeschult wurde. 

Kaum vorstellbar scheint es dann, dass in einigen Ländern die Einschulung kein großes Ding ist, sondern einfach nur der erste Tag, den das Kind in der Schule statt im Kindergarten verbringt. In anderen Ländern wiederum ist es ein noch größeres Ereignis als hier in Deutschland.

Nigeria

Nigeria ist ein Beispiel dafür, wo der Einschulungstag im Grunde nichts bedeutet. Die Kinder lernen bereits mit drei Jahren im Kindergarten das Alphabet aufzusagen und wenn sie dann in die Schule kommen werden sie behandelt wie alle anderen. Bereits an ihrem ersten Schultag müssen sie sich mit allen anderen Schülern in Reih und Glied aufstellen, wo die Fingernägel überprüft werden, gesungen und Morgensport gemacht wird. So läuft ab dem ersten Schultag auch jeder weitere ab.

Grönland

In Grönland ist die Einschulung ein riesiges Ereignis. Es gilt als wichtiger Lebensschritt, wie bei einer Konfirmation. Die Kinder ziehen ihre traditionellen Trachten an und alle Menschen werden zu einem Kaffeeklatsch nach Hause eingeladen - auch Menschen, die man gar nicht kennt. Überall werden Nationalfähnchen verteilt. Bei der Einschulung wird viel getanzt und gesungen und aus Tradition halten alle Erstklässler zusammen an einem Band fest, was sie von dem Moment an verbinden soll.

Russland

Am nationalen „Tag des Wissens” werden in Russland alle Erstklässler eingeschult. Es gilt eine schicke Kleiderordnung und die Mädchen bekommen Zöpfe mit weißen und bunten Bändern geflochten. Es gibt eine große Familienfeier mit vielen Verwandten. In der Schule schenkt jedes Kind den Klassenlehrern eine Blume als Zeichen von Respekt. Die Blume als Geschenk ist auch in der Ukraine ein Einschulungsbrauch. Allerdings übergibt der Lehrer hier auch ein kleines Geschenk an die Kinder, was in Russland nicht der Fall ist. Auf dem Schulhof wird bei den Feierlichkeiten ein*e Erstklässler*in auf die Schultern eines älteren Schülers gesetzt und darf eine Glocke läuten, um das kommende Schuljahr einzuleiten.

Indien

In Indien essen die Kinder vor der Einschulung einen speziellen Joghurt, der ihnen Glück bringen soll, weil Kühe in Indien heilige Tiere sind und Joghurt ein Milchprodukt ist. Zur Segnung bekommen die Mädchen einen roten Punkt auf die Stirn, an Position des dritten Auges. Oft wird als Einschulungsgeschenk ein Regenschirm übergeben, weil der Schulbeginn in Indiens Monsunzeit liegt.

Japan

Das Schuljahr in Japan startet bereits im April, weil es mit Neubeginn assoziiert wird und somit besser in den Frühling und zur Kirschblütenzeit als mitten in den Sommer passt. Wem der April als Schulstart früh vorkommt: In Australien werden Kinder bereits im Februar eingeschult, nach ihren Sommerferien, in denen sie Weihnachten und Silvester gefeiert haben, weil die Jahreszeiten dort verschoben sind. 

In Japan ist auch die gesamte Familie zur Einschulung eingeladen und es wird schön vor den Kirschblütenbäumen für Einschulungsfotos posiert. Wie in Deutschland gibt es in Japan auch ältere Patenkinder, die den Erstklässlern die Schule zeigen und Fragen beantworten. Als Geschenk bekommen die Kinder einen Schulranzen, dort Randoseru genannt, der traditionell über Generationen weitergegeben wird und so viel Bedeutung hat wie unser deutscher Schulranzen. Auch ein Schreibtisch ist ein häufiges Einschulungsgeschenk. In den Randoseru bekommen die Kinder ihre erste Lunchbox: meistens gefüllt mit Reis und Wachteleiern.

Schuluniform als einziges Highlight

In Südafrika und den ländlichen Teilen Brasiliens werden Einschulungen nicht groß gefeiert. Das besonderste zum Schulanfang ist die Anschaffung der Schuluniform, da diese meist ziemlich teuer ist und man dafür extra einen Ausflug in die Stadt einplanen muss. Nach dem Kauf wird die Schuluniform stolz der Familie präsentiert. In Brasilien muss man sich für den Kauf von Schulutensilien rechtzeitig umsehen, denn die Preise steigen zum Schulstart um bis zu 500%.

 

Viele weitere Länder haben interessante Bräuche zur Einschulung. So besucht in Großbritannien zum Beispiel der/die Lehrer*in die Familien vor dem Schulstart zum ersten Kennenlernen, eine Einschulungsfeier gibt es dafür nicht. In Kasachstan soll das Kind beim Familienessen die letzten sieben Generationen seiner Großväter aufzählen, um sie zu ehren. In Frankreich wiederum ist die Einschulung keine Feierlichkeit. Dort werden gar keine Schulfeste durchgeführt, nicht einmal das Abitur wird außerhalb des privaten Rahmens zelebriert.

Mit unseren deutschen Bräuchen wie der Schultüte beispielsweise, um die wir von anderen Ländern beneidet werden, können wir uns also glücklich schätzen. Denn so kann man die Einschulung zu dem besonderen Tag machen, die sie ist.